Mir geht’s gut. Elisabeth hat mich mit Eurer Hilfe rausgeholt. Wir konnten rechtzeitig verschwinden. Bin ganz schön fertig. Aber danke danke danke an Euch. Für alles. V1C0R hat mir eben noch den Text von Ada geschickt, ich habe ihn gelesen und finde, er sagt eigentlich genau das, was ich euch am liebsten sagen möchte. Sieht ganz so aus, als wäre da doch eine Verbindung..
Werde mich jetzt mit den Sandmen zurückziehen, wir wissen nicht, wo Homscheid und Daniel hin sind, sind deswegen vorsichtig und werden erstmal verschwinden.
Passt auf euch auf. Draußen ist es zwar mitten in der Nacht, aber das ist ja der Beginn eines neuen Tages…
“NOTHING SHALL DARKEN THE BLAZE OF OUR NOBLE IDEAS. THE DOCTORS EVIL PLOT WILL FAIL IN A NEW AND MODERN WORLD, COMPUTED BY HUMAN MIND AND POWERFUL TOOLS. THUS, THERE IS NO NEED FOR DISSECTING THE MECHANICAL HEARTS OF MY MACHINES BUT A NEED FOR DISCOVERING THE TRUE NATURE OF MANKIND: BROTHERS AND SISTERS IN SPIRIT, UNITE IN LANGUAGE, EFFORT AND HOPE. I FEEL THAT THIS FUTURE HAS ALREADY BEGUN. GODSPEED! ”
hier ist e.v.
V1C0R hat uns zugang zu ihrem blog verschafft.
ich bin leider zu spät gekommen: vivien ist nicht mehr in der wohnung. wir gehen davon aus, dass hege mit ihr verschwunden ist. der brief / umschlag ist auch nicht mehr da. und das hier ist in dem blutigen tuch gewesen:
alles ein einziger bluff.
–> folgenden eintrag habe ich in viviens entwürfen finden können:
Daniel ist gerade im Bad und duscht. Der Arme! Er wirkt so durcheinander. Und er weiß noch von nichts. Ich wünschte, ich hätte den Umschlag nicht geöffnet. Fühle mich, als hätte mir jemand mein Herz rausgenommen und gegen ein anderes ausgetauscht. Eines, das so ganz anders schlägt als das alte. Anders kann ich es irgendwie nicht beschreiben.
Ich bin immer noch Vivien, aber ich bin nicht mehr Vivien Pastiof. Meine wirkliche Familie kommt aus England.
Meine Vorfahren. Meine Vorfahrin. Ada. Ada Lovelace. Sie nennt mich ihr Kind.
Ich weiß jetzt nichts dazu zu sagen. Ist das der Grund für alles? Was wird Daniel dazu sagen, wenn klar ist, dass ich nicht die bin, für die er mich hält? Dass das wahrscheinlich der Grund war, warum er so leiden musste? Aber ich muss es ihm sagen, ich werde ihm die Karte zeigen, gleich nachher. Das bin ich ihm nach alldem schuldig.
Daniel ist immer noch nicht da. Ich habe das Päckchen mit dem blutigen Etwas ins Tiefkühlfach getan. Ich sitze hier und warte und werde wahnsinnig. Ich starre auf das Telefon, auf die Tür. Und dann, plötzlich klingelt es, die Rufnummer ist unterdrückt. Dieses Mal bin ich rangegangen. Es war ein Mann dran, ein Anwalt, wie er sagte. Englischer Akzent. Er hat meine Nummer über meine Eltern herausbekommen und wollte mir etwas übergeben. Ich habe ihm natürlich nicht wirklich vertraut und ihn gefragt, ob er Daniel den Finger abgeschnitten hat. Er sagte, er wisse wirklich nicht, wovon ich reden würde, er sei aber völlig harmlos und sei Nachlassverwalter und damit beauftragt, mir an meinem 30. Geburtstag einen Brief auszuhändigen. Ich hab ihn gefragt, was darin sei, aber er sagte, das wisse er nicht.
Langer Rede, kurzer Sinn: ich hab ihn vorher also etwas weiter vorne an der Strasse getroffen und darauf geachtet, dass er nicht sieht, wohin ich zurückkehre. Er war sehr höflich, trug einen Anzug und eine Ledertasche, hat mir tatsächlich einen Umschlag übergeben, für den ich eine Empfangsbestätigung unterschreiben musste - und dann hat er sich von mir verabschiedet und ist verschwunden.
Jetzt sitze ich wieder in Daniels Wohnung, vor mir der Umschlag. Wieso wird mein Leben zur Zeit immer von irgendwelchen komischen Postsendungen bestimmt? Darin scheint tatsächlich nur ein Brief zu sein, nichts blutiges.
Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich die erste Post mit den Lochkarten einfach weggeschmissen hätte. Hätte hätte hätte. Habe ich aber nicht. Ich habe Angst, den Brief zu öffnen. Wiedermal. Weil ich nicht will, dass jetzt noch was dazu kommt. Mir ist es so schon genug mit allem.
Bin gestern in Daniels Wohnung angekommen, habe mich kurz auf’s Bett gelegt, weil ich so fertig war. Dann wollte ich noch posten, bin aber eingeschlafen und gerade erst vor einer halben Stunde aufgewacht, weil mein Handy geklingelt hat. Leider hab ich’s zu spät realisiert und bin zwar drangegangen, aber da hatte der oder die anderen schon aufgelegt. Ärgerlich!
Mir geht’s gut, also, tut mir leid, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe. Aber ich schätze, ich bin von der ganzen Sache viel erschöpfter als ich glaube. Jetzt gilt es zu warten: noch kein Lebenszeichen von Daniel, den Entführern oder sonstwem.. hoffentlich klingelt das Telefon bald wieder.
Warten ist das, was ich gerade überhaupt nicht kann. Ich bin jetzt in Daniels Wohnung und von ihm gibt es keine Spur. War es doch falsch alle Codes zu posten?
V1C0R hat mich kontaktiert und es geschafft, meinen Blog wieder zu beleben. Wenn jetzt noch Daniel kommt…
Mitten bei meiner Recherche in der Gasteig-Bibliothek klingelte plötzlich mein Handy und wollte nicht wieder aufhören.
Jemand hat mir eine MMS geschickt.
Die Nachricht: “Es wartet an der Rezeption! Konrad V.”
Wie jetzt? Ich habe doch niemandem gesagt, wo ich in München bin.
Ich also schnell ins Hotel und nachgefragt. Die Dame wusste schon Bescheid und schob mir ein kleines Paket entgegen. Darin war ein kleiner Kuchen mit einer Kerze und einer Karte.
Unter normalen Umständen fände ich das schon nett…
Schon wieder die Sandmen. Auf welcher Seite “der Lane” steht ihr?
vielen Dank für eure vielen Geburtstagswünsche. Ich freue mich zwar darüber, bin aber gleichzeitig so weit weg. In den letzten Tagen ist viel passiert, wir haben endlich - hoffentlich - eine Spur zu den Five gefunden. Meine Hoffnung ist jetzt, so schnell wie möglich eine Verbindung hinzukriegen zwischen den Spielkarten und den Lochkarten. Heute werde ich mal durch verschiedene Bibliotheken in München streifen und in diversen Internetcafés im Netz recherchieren. Mich von dem Gedanken ablenken, dass Daniel immer noch irgendwo an einen Stuhl gefesselt ist und Angst um sein Leben hat. Ich bete, dass ihm nichts passiert, denn das Datum seines Todes möchte ich mir wirklich wirklich nicht merken müssen…
Gerade haben wieder meine Eltern angerufen, ich musste glückliches Geburtstagskind spielen. Als sie dann anfingen, nachzufragen, was mir denn mein Freund geschenkt hat, wusste ich einfach nicht, was ich sagen sollte. Ich bin keine gute Lügnerin. Ich hoffe, sie haben nichts gemerkt. Ich habe ihnen erzählt, dass Daniel mir eine Halskette geschenkt hat. Jetzt muss ich mir eine in der Stadt kaufen gehen.